Ich bin am 15. September 2009  vergewaltigt worden. Dieses Datum hat mich und mein Leben total verändert. Ich möchte nicht über Einzelheiten meiner Vergewaltigung schreiben, dass war schon grausam genug, sondern eher von meinem Leben nach diesem schrecklichen Erlebnis.

Während ich hier an meinem PC sitze und schreibe, merke ich, dass es mir immer noch sehr schwer fällt über dieses Thema offen zu reden, obwohl meine Vergewaltigung schon 2 Jahre zurück liegt. Man sagt immer so schön: „Die Zeit heilt alle Wunden“. Das kann ich nach all den Jahren nicht bestätigen. Noch heute bekomme ich Angstattacken oder meinen Waschzwang. Es ist nicht mehr so oft wie damals, aber in bestimmten Stress-oder Angstsituationen, kann ich drauf warten, dass der Ekel in mir wieder hoch kriecht und ich meine Badewanne besuche, um den ganzen Dreck abzuwaschen.Ich habe auch noch heute Alpträume und wache mit unter schweißgebadet auf, meine Tränen laufen die Wangen runter und ich brauche Stunden, um mich wieder zu beruhigen.

Ich habe in den letzten 2 Jahren alles versucht, um wieder ein „Normales Leben“ zu führen. Ich war bei einer Psychologin zum Beispiel, die mir aber nicht helfen konnte. Sie erzählte mir ständig, dass die Ursache in meiner Kindheit liegt, weil ich wohl mit meiner Mutter nicht klar kam und damit fühlte ich mich noch mehr schuldig an meiner Vergewaltigung. Ich sprach auch mit Notrufzentralen für Opfer, aber auch da bekam ich keine wirkliche Hilfe. Ich holte einmal eine Frau aus dem Bett, die für in Not geratene Frauen Bereitschaftsdienst hatte und sie sagte wörtlich zu mir: „Hat das nicht Zeit bis morgen“? Was soll man dazu noch sagen. Von da an beschloß ich, dass ich mir selber helfen werde. Ich weiss nicht wie, aber eines ist mir klar, es wird ein harter und sehr langer Weg werden.

Noch heute gehe ich diesen Weg und schmeiße mich selbst immer wieder ins kalte Wasser, aber so habe ICH wieder gelernt ein halbwegs normales Leben zu führen. Und wenn ich so zurück schaue, dann bin ich mächtig stolz auf mich, dass ich es alles ganz alleine geschafft habe, selbst wenn es ab und zu mal wieder kleine Einbrüche bei mir gibt.

.

nicht mehr täglich 

nicht mehr wöchentlich 

nicht einmal mehr monatlich 

aber immer mal wieder ist plötzlich alles wieder da. 

immer mal wieder kommt alles zurück. 

als würde ein Schalter umgelegt ist dann alles wieder da,
die Angst, die Panik, die Depression, die Süchte, die Aussetzer...

nicht jedes Mal, aber immer mal wieder ist dann auch der Tod eine sehr naheliegende Alternative. 

es dauert nicht mehr so lang, ich weiß genau wie ich mit mir umgehen muss, damit kein allzugroßer weiterer Schaden entsteht, es geht besser, leichter und es ist viel schneller vorbei. 

...trotzdem

jedes Mal dann wünsche ich mir, dass es irgendwann mal vorbei wäre. jedes Mal dann frage ich mich: "warum kommt es immer wieder hoch?"

 


 

 

 


Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!